Laub ist viel mehr, als ein abgestorbenes Blatt!
Laub ist das Gold des Herbstes!

Wer kennt das nicht: Im Herbst fallen die Blätter von allen Obstbäumen, Sträuchern und auch allen anderen nicht immergrünen Laubgewächsen.
Die vermeintliche Unordnung soll natürlich schnell beseitigt werden, es könnte ja als unordentlich wahrgenommen werden oder auf dem Rasen zu unschönen Stellen führen. So weit so gut. Das, was da vor uns liegt, ist jedoch beileibe eines der besten, schnellsten, natürlichsten und vor allem kostenlosen Dünge-, Schutz- und Aufwertungsmittel, das ohne unser Zutun einfach da ist und zwar jedes Jahr!
Wohin damit fragen sich viele. Die "alte", sehr weit verbreitete Meinung, Laub müsse unbedingt entsorgt werden oder zwingend auf den Kompost oder gar in den Hausmüll, ist schlichtweg falsch.
Laub ist eine der besten, günstigsten und vor allem wertvollsten Möglichkeiten, eine ganze Reihe von positiven Effekten für Deinen Garten zu erzielen. Dabei gilt es zu unterscheiden, dass die meisten Blätter extrem schnell von Flora und Fauna verwertet werden, jedoch einige wie Eiche, Rosskastanie oder Walnuss sehr lange brauchen, bis sie in Humus verwandelt werden (durch Gerbstoffe beispielsweise, die dies sehr verlangsamen).
Die drei wichtigsten Gründe "gutes" Laub aktiv zu nutzen, listen wir Dir hier auf:
1. Laub ist Dünger: Laub ist ein hervorragender Kohlenstoffdünger, der darüber hinaus bei der Zersetzung des Blattes auch andere wichtige Mineralstoffe freisetzt und wiederum als Humus entscheidend für die Verbesserung der Bodenqualität ist. Ein Blick in einen natürlichen Wald genügt. Nirgends sonst ist der Boden in seinem eigenen Rhythmus qualitativ besser oder natürlicher angereichert. Das Laub Deiner Bäume und Gewächse sorgt außerdem an Ort und Stelle dafür, dass die Nährstoffbilanz, der ph-Wert und die generelle Bodenqualität Deines Gartens verbessert wird. Alles was Du entsorgst, wegwirfst und quasi dem Kreislauf entnimmst, fehlt als Nährstoffquelle und laugt Deinen Boden langfristig aus. Zu beachten dabei ist, der gebundene Kohlenstoff in den Blättern braucht einen Gegenspieler, um Deinen Boden optimal aufzuwerten. Dieser heißt Stickstoff und wird zwingend zur optimalen Zersetzung und späteren Bodenbalance benötigt. Der Trick:
Feine Hornspäne unter die Laub-Mulch-Schicht und Du hast das Power-Gespann schlechthin aktiviert! Achte darauf, dass das Laub im besten Fall zerkleinert ist, weil es die Entstehung von Humus und den Prozess insgesamt richtig beschleunigt und anfeuert. Das Beste: Du kannst den gesamten Winter einfach zuschauen. Bequemer geht es nicht.
2. Laub ist Frost-, Pflanzen- und Tierschutz in einem: Laub schützt als Mulch nicht nur den Boden selbst vor unmittelbaren Frosteinflüssen, Verarmung und Erosion, sondern auch Pflanzen wie Stauden (z.B. Geophyten) und Lebewesen, die im Winter etwas Schutz brauchen und suchen. Es eignet sich daher grundsätzlich hervorragend für den Beetschutz in der kalten Jahreszeit und bildet gleichzeitig den Nachschub an Nährstoffen, sowohl direkt als Nahrung als auch indirekt durch Freisetzung mineralischer Anteile.
3. Laub als Winter-Unterkunft: Ein großer Laubhaufen, der etwas windgeschützt in Deinem Garten verbleibt, bietet zahllosen Lebewesen Schutz im Winter. Damit förderst Du die Biodiversität in Deinem Garten und trägst zum Schutz von Insekten und Co. aktiv bei - besonders hilfst Du damit auch Nützlingen, die sich bei Dir wiederum revanchieren, wenn der eine oder andere Befall im Folgejahr unterbunden wird und Du kein Geld für zusätzlichen Pflanzenschutz ausgeben musst - getreu dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund!
In diesem Sinne, ran ans Laub!

